Der Kreuzbandriss des Hundes - Neue Operationstechnik

Bisherige Kreuzbandoperationstechniken ersetzen das Kreuzband, lassen aber die Ursache für dessen Beschädigung unberücksichtigt.

Die Kleintierklinik der Universität in Zürich, hat eine Methode entwickelt, welche die Biomechanik besser als die bisher bekannten OP Methoden berücksichtigt und nur gering invasiv ist. Daher werden Nerven und Gefäße beim Eingriff besonders geschont. Die TUBEROSITAS TIBIAE ADVANCEMENT (TTA) Methode.

 

 

 

 

 

 

 

Kurze Erklärung zur Biomechanik

Das Körpergewicht des Hundes drückt Richtung Erdboden. Würden nicht Bänder diesem Druck entgegenwirken, würde das Kniegelenk durchbeugen und keine Stabilität haben.

Da eine entsprechende Winkel- und Achsenbildung der Knochen zu den Bändern für das Funktionieren des Gelenkes ausschlaggebend ist, diese aber durch Fehlstellung oder Verletzung beeintächtigt werden kann, sind Lahmheit und oftmals der Riss des Kreuzbandes die Folge.

TTA Methode

Im offenen Gelenk wird der Unterschenkelkopf mit einer speziellen Säge abgetrennt und so gekippt, dass keine Kräfte mehr auf das vordere Kreuzband entstehen und so die Notwendigkeit des Bandes entfällt. Mittels eines Abstandhalters, sowie einer speziellen Platte aus Titan wird in einer neuen Position eine stabile Vereinigung mit dem Knochen eingegangen.

Der Hohlraum dazwischen wird mit Knochenmarkgewebe ausgefüllt, das aus dem Operationsgebiet entnommen werden kann.

Die TTA vermindert zudem den Anpressdruck der Patella auf der Gelenkrolle und den Anpressdruck zwischen Unterschenkelknochen und Rollkamm des Oberschenkelknochens, indem der Hebelarm verlängert wird. Dadurch werden alle notwendigen Kräfte zur Bewegung des Kniegelenks reduziert.

Die TTA ist zur Behandlung des Kreuzbandrisses auf Grund ihrer Logik, ihrer geringen Traumatisierung und Invasivität und ihres unmittelbar nach der Operation einsetzenden Erfolges eine Methode mit hervorragendem Resultat.


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Eingriff

Einige Tage nach dem Eingriff soll eine Nachuntersuchung stattfinden.

Eine uneingeschränkte Belastung ist in der Regel nach 10 Wochen ab OP möglich. Hunde belasten zumeist schon wieder wenige Tage nach der OP das betroffene Bein.

Die Titanimplantate müssen nicht wieder entfernt werden.

Der operative Eingriff dauert ca. 2 Stunden.

Diese Operationstechnik eignet sich auch bei Patienten, bei denen bereits Arthrosen vorliegen.

Da der Haupteingriff an einem nicht tragenden Teil des Knochens durchgeführt wird, ist die Gefahr der irreparablen Weichteilverletzung erheblich geringer, als bei herkömmlichen Methoden, wo das Kreuzband ersetzt wird.